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Jahresbericht der Hai-Stiftung für das Jahr 2011

September 2012
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Generell

Stiftung   Die Stiftung war 2011 wieder aktiv an verschiedenen Haischutz-Aktionen beteiligt.

Auch 2011 erhielt die Stiftung wieder grosse und kleine Spenden von grossen und kleinen Hai-Freunden, die unsere Arbeit unterstützen wollen.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Spendern und Gönnern ganz herzlich bedanken. Ohne Ihre Mithilfe wäre unsere Arbeit nicht möglich!


Reisen   Dr. Alexander Godknecht, Präsident der Hai-Stiftung, nahm 2011 an einer wissenschaftlichen Exkursion auf die Bahamas teil. Er hatte auch die Möglichkeit, verschiedene Projekte der Hai-Stiftung zu besuchen und die Projektleiter zu treffen. Im Spätherbst vertrat er die Schweiz und die Hai-Stiftung am jährlichen Kongress der Europäischen Eleamobranchier Gesellschaft (EEA) in Berlin.

Satellitenmarkierung Bahamas
Im September 2011 konnte A. Godknecht, auf Einladung des Ozeanografischen Zentrums der Nova Universität (Florida, USA), an einer wissenschaftlichen Exkursion auf die Bahamas teilzunehmen. Ziel der Exkursion war es, Tigerhaie mit Satellitensendern auszurüsten, um mehr über ihr Wanderverhalten zu erfahren. Die Exkursion wurde von Prof. Mahmood Shivji, dem Direktor der US Shark Foundation und des Guy Harvey Research Institutes, geleitet und von einem Fernsehteam des US Fernsehsenders WPBT2 begleitet. Drei von vier Sendern konnten an Tigerhaien angebracht werden und zwei davon senden bis heute. Siehe auch > Tigerhai Wanderungen mit einem Videoausschnitt. Die Stiftung wird sich an diesem Projekt ab 2012/13 finanziell beteiligen.

Projektbesuche
Zitronenhaie Jupiter (Florida): Im Januar 2011 fand in Paris die Tauchermesse "Salon de Plongée" statt. Prof. Samuel "Doc" Gruber und Dr. Steven Kessel, die das > Zitronenhai Projekt der Stiftung in Jupiter leiten, waren an die Messe eingeladen. Im persönlichen Gespräch konnten die durchweg positiven Resultate des Projekts diskutiert und weitere Aktivitäten geplant werden. Speziell die Forderung Zitronenhaie und Tigerhaie in Florida und der ganzen USA zu schützen soll mit Resultaten aus dem Projekt wissenschaftlich untermauert werden.

Hai-Kinderstuben Rookery Bay (Florida): Im September 2011, anschliessend an die Tigerhai Exkursion, besuchte Godknecht das > Kinderstuben Projekt der Stiftung in Rookery By, Florida. Pat O'Donnel konnte nur Positives vom Kinderstuben-Projekt berichten. Die Arbeit mit den freiwilligen Hilfskräften geht gut voran. In den letzten Jahren hat sich die Zurückführung der Rookery Bay Region in den ursprünglichen Sumpfzustand stark verzögert. Der Staat Florida hat 2010 neu das US Army Corps of Engineers mit der Aufgabe betraut. Seitdem ist ein zufrieden stellender Fortschritt zu verzeichnen.

Bei der Diskussion des Projektes tauchte die Frage auf, woher die Eltern der jungen Zitronenhaie kommen. Pat ging bis anhin davon aus, dass sie aus der Region Jupiter im Osten von Floridas kommen. Da Godknecht jedoch vom > Zitronenhai Projekt der Stiftung wusste, dass die Zitronenhaie die Florida Keys wahrscheinlich nicht umrunden, wurde beschlossen, zusammen mit Pat O'Donnel, Prof. Samuel "Doc" Gruber und Prof. Demian Chapman ein neues Projekt zu starten. Das Projekt hat zum Ziel, anhand von Gewebeproben und Daten aus DNA-Datenbanken Informationen über die Herkunft der Eltern der jungen Zitronen-, Bullen- und Hammerhaie in der Region Rookery Bay/Ten Thousand Islands zu erhalten. Die Stiftung stellt für ein Pilotprojekt CHF 4'000.00 zur Verfügung und wird ein grösser angelegtes Projekt ebenfalls unterstützen.

Walhaie Tofo (Mozambique): Im Oktober 2011 besuchte Godknecht das Walhai Projekt in Tofo, Mozambique um Resultate, Fortschritte und das weitere Vorgehen mit dem Projektleiter Dr. Simon Pierce zu besprechen. Das Projekt hat zum Ziel: a) im Auftrag der Regierung Mozambiques eine Walhai-Schutzzone zu evaluieren und einzurichten und b) das Wissen über Genetik, Verhalten und Wanderungen der Walhaie in der Region - aber auch global - zu erforschen. Beide Ziele machen Fortschritte, wobei die Bürokratie in Mozambique das Schaffen einer Walhai-Schutzzone nicht vereinfacht. Hier ist langjährige Lobbyarbeit notwendig. Über das Verhalten der Walhaie konnten jedoch sehr interessante neue Informationen gewonnen werden. So bewegen sie sich vorzugsweise am Rande von rotierenden Meeresströmungen, so genannten "Eddies", da dort das Nahrungsangebot (Plankton) optimal ist. Die Walhaie wandern mit den Eddies, was Analysen von Satellitenaufnahmen der Meeresströmungen um Mozambique und die Satelliten- und Sonardaten der Walhaie bestätigen. Das Projektteam, das auch Mantas untersucht, ist sehr produktiv. Es mangelt jedoch an diversen Geräten wie Unterwasser-Laser um die Walhaie zu vermessen, Kameras, Biopsienadeln, mobilen GPS Empfängern und ähnlichem, das die Arbeit des Teams stark vereinfachen würde. Die Stiftung wird die Beschaffung dieses notwendigen Kleinmaterials finanzieren.
Während seines Aufenthaltes in Tofu hielt Godknecht einen sehr gut besuchten Vortrag über die weltweiten Schutzbestrebungen für Haie und die Arbeit der Hai-Stiftung.

EEA Kongress Berlin
Kurz nach der Rückkehr aus Mozambique repräsentierte Godknecht die Schweiz und die Hai-Stiftung an der jährlichen Konferenz der Elasmobranchier Gesellschaft (EEA) in Berlin und stelle die Projekte der Stiftung vor. Neben dem Shark Trust ist die Hai-Stiftung die bezüglich Projektportfolio und Unterstützung von Hai-Forschungsprojekten die aktivste Organisation in Europa. Während der Konferenz konnten alte Kontakte gepflegt und neue geknüpft werden. Speziell zu erwähnen sind hier zwei Kooperationen, die an der EEA neu aufgegleist werden konnten.
Zum einen ein Kontakt zwischen dem Tigerhai-Satellitenprogramm von Prof. Mahmood Shivji und der Gruppe von Prof. Sims in England. Während Prof. Shivji mit Satelliten die Wanderungen der Tigerhaie um die Bahamas, Virgin- und Cayman Islands sowie den Bermudas untersucht, untersucht die Gruppe von Sims Fischereiaktivitäten spanischer Fangflotten im Bereich Nordatlantik. Godknecht konnte die zwei Gruppen in Kontakt bringen. Ein gemeinsames Projekt wäre sinnvoll, da die Gruppen unterschiedliche Methoden einsetzen und die Gebiete der Untersuchungen sich zum Teil ergänzen und/oder überschneiden.
Eine weitere Kooperation wurde zwischen Godknecht und dem > EDGE Projekt vereinbart. Das EDGE oder "Evolutionary Distinct & Globally Endangered" (DE: Entwicklungsmässig eindeutig und global gefährdet) Projekt hat zum Ziel, den Artenschutz zu optimieren. Wir können nicht alle Arten schützen, dazu fehlen Mittel und Personal. Entsprechend muss sich der Artenschutz auf die wichtigen Arten fokussieren. Wichtige Arten sind für EDGE Arten, die unter anderem zum genetischen Artenreichtum der Erde beitragen. Betrachtet man den Baum des Lebens, so gibt es stark verzweigte, buschige aber auch relativ dürre Äste mit nur wenigen Arten. Für die Diversität des Lebens ist der Schutz der Arten in den dürren Ästen entsprechend wichtiger als dass alle Arten eines buschigen Astes geschützt werden. Um die Äste des Baumes des Lebens miteinander vergleichen zu können, werden genetische Stammbäume anhand von DNA-Daten in sehr rechenintensiven Arbeitsschritten erzeugt und miteinander verglichen. EDGE mangelt es an Rechenkapazität. Godknecht bot Dr. Matthew Gollock, dem Leiter des EDGE Hai-Programms, an, dem Hai-Projekt freie Rechenressourcen der Universität Zürich für die Berechnung der Hai-Stammbäume zur Verfügung zu stellen. Das Projekt läuft und im September 2012 konnten, nach zehntausenden von Rechenstunden, erste repräsentative Stammbäume berechnet werden.


US Shark Foundation   Die US Shark Foundation wurde auch 2011 als gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Miami, Florida, registriert. Gary und Brenda Adkinson sowie Prof. Mahmood Shivji sind als Direktoren der US Stiftung eingetragen. 2011 war die US Shark Foundation selbsttragend und konnte mehrere, für den Hai-Schutz wichtige Erfolge verzeichnen.

Administrative Gesamtkosten bisher ca. CHF 58'000.


Projekte


Hai-Ausstellung

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  Die Ausstellung ist momentan eingelagert.

Ausgaben/Investitionen bisher: ca. 234'700 CHF

 
Hai-Identifikation

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  Prof. Mahmood J. Shivji von der Nova Universität in Florida und seine Mitarbeitenden arbeiteten 2011 an verschiedenen Hai-Forschungsprojekten. Mit den erarbeiteten Methoden zur Identifikation von Haiarten untersuchte das Labor 2011 spezifischere Fragestellungen im Bereich Jungfernzeugung, der weltweiten genetischen Untersuchung von Bullenhai- und Hammerhai-Populationen und den Wanderungen von Tigerhaien. Weiterhin wird im Bereich genomischer DNA von Haien geforscht. 2011 wurden für die verschiedenen Projekte keine Unterstützungsbeiträge gestellt. 2012 sollen im Rahmen des Engelshai-Projektes in Gran Canaria und im Bereich Tigerhai-Wanderungen Projekte unterstützt werden. Für diese Projekte wurden bereits Ende 2011 ca. CHF 30'000.00 auf das Konto der US Stiftung transferiert. 2011 wurden keine Unterstützungsanträge eingereicht.

Investitionen 2011: 25'000 CHF
Investitionen bisher: ca. 186'000 CHF

 
Kinderstuben

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  Das Projekt Hai-«Kinderstuben» in Rookery Bay, 10'000 Islands wird weiterhin von Pat O'Donnell in Zusammenarbeit mit dem Mote Marine Lab betreut. 2011 wurde weiter an der Datenerhebung gearbeitet. In Zusammenarbeit mit Profs. Samuel Gruber und Demian Chapman soll anhand von Informationen aus Gen-Datenbanken die Herkunft der Eltern der jungen Zitronen-, Bullen- und Hammerhaie gesucht werden. Das Vorprojekt wird von der Stiftung mit $5'000 unterstützt.

Investitionen 2011: 9'600 CHF
Investitionen bisher: ca. 41'500 CHF



Riesenhaie

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  Die Untersuchung von Kinderstuben und Wanderungen der Riesenhaie vor Wales und Schottland (wissenschaftliche Leitung Colin Speedie) ist erfolgreich und wird weiterhin von der Stiftung unterstützt. 2011 wurden die Untersuchungen in Regionen weitergeführt die, auf der Basis von historischen Daten, früher reich an Riesenhaien und damit potentielle Kinderstuben waren. Bei den Untersuchungen 2010/11 konnte tatsächlich ein gehäuftes Auftreten von Riesenhaien in einigen dieser Regionen festgestellt werden. Auf der Basis dieser Daten wird (vom Scottish Natural Heritage und der Universität Exiter finanziert) 2013 ein Satelliten-Monitoring Programm dieser Regionen gestartet. 2011 wurden während zwei Expeditionswochen 43 Transekte abgesegelt und 80 Riesenhaie konnten vermessen und in die Datenbank aufgenommen werden.

Unterstützung 2011: 11'000 CHF
Investitionen bisher: ca. 64'400 CHF



Bullenhai Markierung Fidschi
(2. Teilprojekt)

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  Die Stiftung unterstützt das Projekt seit 2004. 2011 wurde vor allem die kleinräumigen Bewegungen der Bullenhaie in der Region genauer untersucht. In Zusammenarbeit mit dem Labor von Prof. Shivji wurden die weltweiten Bullenhai-Bestände, inkl. Fidschi, genetisch auf ihre Verwandschaft hin untersucht.
2011 wurden keine Unterstützungsanträge gestellt. Im Rahmen einer Masterarbeit wurde ein kleineres Verhaltensprojekt (s.u.) auf Fidschi unterstützt.


Investitionen 2011: 0 CHF
Investitionen bisher: ca. 63'800 CHF



Haischutz Zone Fidschi

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  Das Fidschi Haischutz Park Projekt ist heute selbsttragend. Die Stiftung wird, falls notwendig, dem Projekt finanziell zur Seite stehen. Ende 2011 hat Mike Neumann um die Unterstützung des Projekts "Fiji Shark Count" gebeten, das ab 2012 eine Bestandsaufnahme aller Haie in der Region zum Ziel hat. Die Stiftung wird dieses Projekt im Rahmen des Möglichen unterstützen.

Investitionen 2011: 0 CHF
Investitionen bisher: ca. 31'300 CHF



Zitronenhaie Jupiter
(Florida / USA)

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  Im März 2010 konnten mit Hilfe der Daten, die in diesem Projekt erhoben wurden, die Zitronen in Florida unter bundesstaatlichen Schutz gestellt werden. Die Untersuchungssaison 2011 dauerte vom 31.1.-15.3.2011. In der Saison konnte der bisherige Rekord von 62 Haien, davon 45 Zitronenhaie, markiert und vermessen werden. 18 Zitronenhaien wurden akustische Vemco Sender implantiert. Während der Saison konnten zudem sämtliche Daten der stationären akustischen Vemco Empfänger gesichert werden. Insgesamt wurden fast 42'00 Signale von 25 markierten Zitronenhaien ausgewertet. Das Problem stationärer Empfänger ist, dass sie eben stationär sind und damit nur einen relativ kleinen Raum der Küstenregion abdecken. Somit ist es schwierig, neue oder weitere Zitronehai-Aggregationen zu finden. 2011 wurde ein Experiment fortgesetzt, das bereits 2010 begann. Mehrere eigentlich stationäre Empfänger wurden an Bojen befestigt, die zwischen Jupiter und Palm Beach Inlet mit hinter einem Boot hergezogen wurden. Diese Technik wird als "akustisches Fischen" bezeichnet. 2011 konnten mit dieser noch wenig erprobten Technik immerhin 26 Signale von 16 verschiedenen Zitronenhaien ausserhalb des Bereichs der stationären Empfänger ausgemacht werden. Diese Experimente sollen 2012 weiter verfolgt werden. 2011 konnte bestätigt werden, dass Zitronenhaie saisonal wandern und sich entsprechend der für sie angenehmen Wassertemperatur bewegen. Bei der saisonalen Wanderung konnte ein Unterschied zwischen Männchen und Weibchen festgestellt werden. Weibchen wandern früher als Männchen zurück in den Norden. Das Projekt wird seit 2006 vollumfänglich von der Hai-Stiftung finanziert.

Unterstützung 2011: 19'150 CHF
Investitionen bisher: ca. 99'000 CHF



Abgeschlossen: Hai-Schutz Hong Kong

  Das Projekt wurde Anfang 2011 abgeschlossen.
Investitionen insgesamt: ca. 15'000 CHF




Engelhaie in Gran Canaria

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  Das Projekt untersucht die Engelhai-Population in der Region Gran Canaria um die letzten Habitate und Kinderstuben auf den Kanarischen Inseln besser schützen zu können. Über 150 Gewebeproben wurden 2008 - 2011 gesammelt und für die molekularbiologische Verwandschaftsanalyse an das Labor von Prof. Mahmood S. Shivji verschickt. 2011 wurden CHF 22'000 für die populationsgenetischen Analysen überwiesen. Leider konnte wegen mangelnder Spezialisten 2011 noch nicht mit den Analysen begonnen werden. 2012/13 soll in Zusammenarbeit mit der Universität Birmingham mit den Analysen begonnen werden.

Unterstützung 2011: siehe Identifikation
Investitionen bisher: ca. 23'700 CHF



Walhaie Mosambik

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  Walhaie sind in der roten Liste des IUCN und im CITES Anhang II. Die Küstenregion nahe Tofo Beach in Mosambik ist eine international wichtige Region, in der sich Walhaie während der Planktonblüte zusammenfinden. Das Projekt wurde auf Grund einer Anfrage der Regierung von Mosambik entwickelt. Mosambik benötigt für die Etablierung eines marinen Schutzgebiets für Walhaie vor seiner Südküste eine wissenschaftlich fundierte Empfehlung über den Ort und die Grösse des Schutzgebietes. Der Präsident der Hai-Stiftung konnte im Oktober 2011 das Projekt besuchen und sich ein sehr gutes Bild über die für den Schutz der Walhaie sehr wertvolle Arbeit des Teams machen.
Wissenschaftlicher Fortschritt: 2011 wurden die Wanderungen der Walhaie mit den von der Hai-Stiftung finanzierten akustischen Sendern und der bereits vom Team etablierten Photo-Identifikation weiter dokumentiert und analysiert. Die Untersuchungen zeigten, dass sich die Walhaie bevorzugt entlang so genannter "Eddies", zirkulierender Meeresströmungen, bewegen. 2011 konnten 2 Manuskripte für wissenschaftliche Publikationen eingereicht werden.
Politischer Fortschritt: Der Projektleiter Simon Pierce nahm an verschiedenen staatlichen Anhörungen zum Thema Walhai-Schutzzone teil. Das Touristik-Ministerium ist ein eindeutiger Befürworter der Marinen Schutzzone für Walhaie, das Fischereiministerium opponiert. Es wird noch viel Lobby-Arbeit benötigt, um die Schutzzone durchzusetzen. Das "Marine Megafauna" Team in Tofu, das Walhaie und Mantas der Region untersucht, unterrichtet auch lokale Fischer im Umgang mit Walhaien und Umweltschutz. So soll der Naturschutz auch in der einfachen Bevölkerung besser verankert werden. Einige dieser Fischer wurden erfolgreich zu Tauchlehrern ausgebildet.

2011 nutzte das Projekt noch die nicht voll ausgeschöpften 11'700 CHF Unterstützungsleistung der Stiftung aus dem Jahr 2010. 2011 sind nur minimale Anträge auf weitere Unterstützungsleistungen eingegangen. 2012 wird die Stiftung erneut in das Projekt investieren.


Unterstützung 2011: 120 CHF
Investitionen bisher: ca. 31'300 CHF



Neues Projekt: Thermoregulation Ammenhaie

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  Seit Tausenden von Jahren sammeln sich Ammenhaie (Ginglymostoma cirratum) in den sehr warmen Gewässern der Dry Tortuga-Inseln vor Florida jeweils im Juni und Juli zur Paarung. Das Projektteam hat in den letzten 21 Jahren über hundert dieser circa zwei bis drei Meter langen Tiere markiert und studiert. Um die Ammenhaie möglichst wenig zu stören, kamen für die Markierungen nur Kajaks und Netze zum Einsatz.
Ammenhaie suchen regelmässig Regionen auf, die für sie optimale Bedingungen aufweisen. Dieses Projekt soll zum Verständnis beitragen, warum trächtige Ammenhai-Weibchen Regionen mit spezifisch hohen Temperaturen aufsuchen. Ammenhaie paaren sich jeweils im Juni und Juli in den warmen, seichten Lagunen der Dry Tortugas. Manche der weiblichen Tiere kehren im Herbst zum Gebären in diese Gewässer zurück. Es wird vermutet, dass die Haie diese Plätze aufsuchen, um ihre Körpertemperatur, ähnlich den Reptilien, zu erhöhen um dadurch die Entwicklung ihrer Embryonen und das Gebären zu erleichtern.
Mit Unterstützung der Haistiftung wurden 14 CEFAS G5-Sender, die Temperatur und Wassertiefe registrieren, an weiblichen Ammenhaien befestigt. Da die Haie zwecks Paarung alle zwei bis drei Jahre zu den Dry Tortugas zurückkehren, wurde die Hälfte der Sender im Jahr 2011 angebracht. Die zweite Hälfte ist für 2012 vorgesehen.


Unterstützung 2011: 6'600 CHF
Investitionen bisher: ca. 6'600 CHF



Kurzprojekte

  Stressuntersuchungen bei Haien:
Beim Fang sind Haie verschiedenen Stressfaktoren ausgesetzt. In der Untersuchung sollte zum einen festgestellt werden, ob und wie verschiedene Hai-Arten auf Stress reagieren und welche Fangmethoden für die wissenschaftliche Untersuchung von Haien am geeignetsten sind. Der Tiermediziner M. Hyatt nutzte für seine Untersuchungen die gut ausgerüstete Infrastruktur des Hai-Kinderstuben Projektes in Ten Thousand Islands (Florida, USA). Hyatt untersuchte die drei Hai-Arten Schaufelnasen Hammerhaie, Bullen- und Zitronenhaie und ihre Reaktionen auf den Fang mit Langleinen bzw. Netzen sowie die Wassertemperatur. Der Grad des Stresses wurde anhand von Kohlendioxyd, Kohlensäure und Laktat Blutwerten kurz nach dem Fang und kurz vor dem Freilassen gemessen. Es zeigte sich eindeutig, dass Langleinenfänge weniger Stress verursachen als Netzfänge. Wahrscheinlich dadurch, dass sich die Haie trotz der Haken an Langleinen immer noch relativ frei bewegen und atmen können. Starke Unterschiede wurden aber auch zwischen den einzelnen Arten deutlich. So sind Hammerhaie wesentlich sensibler als Zitronenhaie. Bullenhaie zeigen kaum Stresseffekte. Allen Arten gemeinsam ist jedoch, dass, je höher die Wassertemperatur, desto höher der Sauerstoffmangel und damit die Sterbewahrscheinlichkeit.
Das Fazit für wissenschaftliche Untersuchungen von Haien ist somit eindeutig: Langleinen sind Netzen vorzuziehen; die Fanggeräte müssen sehr häufig kontrolliert werden, um die Haie so kurz als möglich dem Fangstress auszusetzen; verschiedene Arten reagieren unterschiedlich auf Stress, speziell Hammerhaie sind äusserst empfindlich; je wärmer das Wasser, desto schneller muss gearbeitet werden.
Diese Resultate sind auch für die Markierung von Haien mit den sehr teuren Satellitensendern äusserst wichtig. Je höher die Überlebenswahrscheinlichkeit eines markierten Haies, desto mehr Daten können mit den Satellitensendern ausgewertet werden. An Bord lassen sich Kohlendioxyd, Kohlensäure und Laktat Blutwerte sehr einfach bestimmen. Mit auf das Gewicht des Hais abgestimmten Blutpuffern kann bei Haien, die zur Anbringung von Sendern gefangen wurden, die Überlebenswahrscheinlichkeit stark erhöht werden.
2011 wurde eine wissenschaftliche Publikation eingereicht, die 2012 veröffentlicht wurde. > Publikationen
Projektleiter: Michael Hyatt
Unterstützungssumme 2010/11: 9'500 CHF (2012 erfolgreich abgeschlossen)

Ernährung juveniler Zitronenhaie: (> mehr)
In Bimini (Bahamas) wurde untersucht, ob sich nach massiven Veränderungen in der Umgebung der Zitronenhai-Kinderstuben (Ferienkomplex, grossflächige Abholzung von Mangrovengebieten) die Ernährungsmuster junger Zitronenhaie verändert haben. Die Resultate zeigen, dass sich die Zusammensetzung der Arten in der Küstenregion kaum geändert hat. Dennoch gab es grössere Änderungen im Jagdverhalten und somit in der Beute der jungen Haie. Es konnte festgestellt werden, dass in den Mägen der Junghaie auch vermehrt Abfallprodukte wie Hühnerknochen, Muscheln und nicht lokale Fische befanden, die klar auf einen verstärkten menschlichen Einfluss zurückzuführen sind. Für junge Zitronenhaie ist es wahrscheinlich energieeffizienter, sich von menschlichen Abfällen zu ernähren, als aktiv zu jagen.
Projektleiter: Ornella Weideli (Masterarbeit Universität Basel)
Unterstützungssumme 2011: 3'600 CHF (2012 erfolgreich abgeschlossen)

Effekte von Fang und wieder Freilassen (Catch and Release) Fischerei auf Haie:
Die Stiftung übernahm die Start-Finanzierung eines grösseren Projektes, das den Effekt von Fischerei auf Haie untersucht. Haie werden auch für Forschungszwecke getötet bzw. Forscher nutzen auch Haie, die von der kommerziellen Fischerei direkt oder im Beifang oder von Sportfischern gefangen und getötet wurden. Das Projekt untersucht generelle ökologische Risiken für Haie und evaluiert verschiedene Methoden, um wissenschaftliche Daten von lebenden Haien zu erhalten.
2011 erschien eine wissenschaftliche Publikationen, eine zweite wurde eingereicht und erschien 2012. > Publikationen
Projektleiter: Neil Hammerschlag
Unterstützungssumme 2010/11: 9'500 CHF (keine weitere Unterstützung beantragt)

Verhaltensuntersuchung von grauen, Schwarz- und Weissspitzen Riffhaien in Fidschi:
bei den drei Hai-Arten wurde das Kontinuum von Scheu bis Mutig bezüglich intra- und interspezifischer sowie sexueller Unterschiede untersucht. Bei der Untersuchung konnten klar diverse Unterschiede zwischen den Arten und auch den Geschlechtern festgestellt werden.
Projektleiter: Kirsty Richards und Jürg Brunnschweiler
Unterstützungssumme 2011: 4'500 CHF (2012 erfolgreich abgeschlossen)




 

Öffentlichkeitsarbeit Hai-Stiftung und Shark Info
Medien-/Öffentlichkeitsarbeit   Zusammen mit Ocean Care konnte die Hai-Stiftung 2011 wieder eine gratis Doppelseite zum Schutz von Delphinen und Haien im aktuellen Tui SPIN Out (April 2011 - Apr 2012) Tauchen gestalten.

Die Stiftung gab Interviews oder Expertisen u.a. für Galileo Big Pictures, Beobachter Natur, Schweiz Tourismus, Playboy -> leider kein Belegexemplar erhalten ;) und arbeitete bei TV Produktionen mit.

 
Web-Server   2011 verzeichnete der Web-Server der Hai-Stiftung grob ca. 198'500, derjenige der Shark Foundation 315'000 Besuche. Klarer Spitzenreiter der besuchten Seiten auf beiden Servern war die Hai-Datenbank.
 

Administrativa

Finanzpolitik der Hai-Stiftung

Die Hai-Stiftung wurde am 29. August 1997 gegründet, untersteht als international tätige Stiftung der Aufsicht des Eidgenössischen Departements des Inneren / Stiftungsaufsicht, Bern, und kann steuerlich abzugsfähige Spenden entgegennehmen. Sie legt einmal jährlich der Aufsichtsbehörde ihren Jahresbericht und ihre Jahresrechnung zur Genehmigung vor.

Die Stiftung finanziert ihre gesamten Aktivitäten durch Spenden, Vorträge oder den Verkauf von Produkten wie z. B. T-Shirts oder Plüschhaien. Der Stiftungsrat arbeitet ehrenamtlich und erhält weder Sitzungsgelder noch Lohn. Die Stiftung betreibt einen «Hai-Shop» auf ihren Internet-Seiten (T-Shirts, Plüsch-Haie, Abreissblöcke, Postkarten, Hai-Patenschaften). Der Verkaufserlös fliesst direkt zurück auf das Stiftungskonto. In der Regel geht einmal jährlich ein Mailing an alle Interessierten mit Einzahlungsschein und der Bitte um eine Spende.

Der Stiftungsrat der Hai-Stiftung entscheidet in der ersten Sitzung des jeweiligen Jahres über die Verwendung des Gewinnvortrages und des aus Spenden des Vorjahres stammenden Geldes. Bis anhin wurden keine Rückstellungen gemacht, sondern die gesamten Geldmittel für laufende Projekte, Investitionen und administrative Ausgaben freigegeben. Die Buchhaltung der Stiftung wird von der Revisionsgesellschaft Revisal (Gossau) jährlich geprüft.



Revisionsbericht der Firma Revisal: > Revision 2011 (PDF, 1.6 MB)


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