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 Zitronenhai Aggregationen vor Jupiter, Florida

Spendencode: Zitronenhaie Jupiter

Abb.: Zitronenhaie schwimmen um einen VR2 akustischen Empfänger
© M. D. Potenski / Hai-Stiftung
Abb.: Zitronenhaie schwimmen um einen VR2 akustischen Empfänger

Das Projektteam der Hai Stiftung wurde 2001 auf die winterlichen Aggregationen von Zitronenhaien in Jupiter, Florida, USA aufmerksam gemacht. Vorstudien in den 4 Winter Saisons zwischen 2002 und 2005 zeigten, dass sich diese Ansammlungen für eine grösser angelegte Studie eignen, die Aufschlüsse über das noch weitgehend unbekannte Erwachsenen-Leben von Zitronenhaien (Negaprion brevirostris) geben kann. Die Studie sollte folgende Fragen beantworten:
  • Bleiben Individuen während der gesamten Winter-Saison einer Aggregationen treu (Methode: akustische Telemetrie)?
  • Wie sehen die grossräumigen Bewegungen der Individuen aus und wohin schwimmen die Haie nach der Wintersaison (Methode: Satelliten Tracking)?
  • Kehren Individuen, speziell fortpflanzungsfähige Weibchen, immer wieder in dieselben Aggregationen zurück (Methode: Genetische Analysen, akustische Telemetrie)?
  • Repräsentieren die Winteraggregationen Individuen aus bestimmten geografischen Regionen (Methode: Genetische Analysen, akustische Telemetrie)?
  • Gibt es andere Orte als die bereits bekannten in Jupiter, an denen ähnliche Aggregationen zu finden sind (Methode: Video Monitoring, akustische Telemetrie)?
  • Locken Weibchen Männchen mit Hilfe von Pheromonen an (Methode: biochemische Wasseranalysen)?
  • Sind Zitronenhai Weibchen eher sesshaft und leben Männchen dagegen eher als Nomaden (Methode: genetische Analysen, Satelliten und akustische Telemetrie)?
  • Sind die Aggregationen ein Refugium; ruhen die Haie tagsüber und werden in der Nacht aktiv (Methode: akustische Telemetrie, Verhaltensstudien)?
In den folgenden zwei Jahren, 2006 - 2007, wurden die Hai Populationen intensiver beobachtet und erste systematische Untersuchungen fanden statt. Die Unterstützung durch die Hai-Stiftung erlaubte es, 2008 weitere Haie mit Sendern auszurüsten, die Batterie von Empfängern zu erweitern und die Sammlung von Umweltparametern zu intensivieren. Bis heute (März 2009) konnten 54 erwachsene Zitronenhaie (Länge zwischen 210 - 281 cm), 27 Männchen und 27 Weibchen, mit akustischen Sendern (Vemco V16H) ausgerüstet werden.

Fig.: Standorte der VR2 akustischen Empfänger im Raum Jupiter
© Shark Lab / Hai-Stiftung
Fig.: Standorte der VR2 akustischen Empfänger im Raum Jupiter

Für die Analyse der Bewegungen der Haie in der Region wurden auf einer Länge von 60 km insgesamt 18 Akustikempfänger auf dem Meeresboden installiert. Die Empfänger registrierten bis heute 232'104 Signale von vorbeischwimmenden, mit Sendern markierten Haien. 12'714 Signale wurden von Empfängern, die andere Gruppen in der Region für ihre Forschungsprojekte einsetzen, registriert.
 
 


Vorläufige Resultate
Die Beobachtungen der letzten 2 Jahre zeigten eine starke Saisonalität der Ansammlungen von erwachsenen Zitronenhaien in der Jupiter Region. Die Saison beginnt Anfang Januar und endet, fast auf den Tag genau, Mitte April. Eine wichtige Beobachtung ist, dass die meisten Telemetrie-Signale zwischen April und Dezember von Weibchen stammen. Nun stellt sich die Frage "Welche Umweltfaktoren definieren die Saisonalität?" Die Analyse der bis anhin gesammelten Umweltparameter zeigte sofort, dass es eine klare Korrelation zwischen der Wassertemperatur und dem Auftreten der Haie in der Region gab.

Identifikation
© Shark Lab / Hai-Stiftung
Die Abbildung oben zeigt die Korrelation zwischen Wassertemperatur (rot) und dem Auftreten von Zitronenhaien (blau) in der Region um Jupiter.

Die bis heute gesammelten Informationen und Daten bestätigen, dass die Population um Jupiter uns eine sehr gute Möglichkeit gibt, erwachsene Zitronenhai in ihrem natürlichen Umfeld zu studieren. Die Wassertemperatur konnte als ein kritischer Parameter sowohl für das saisonale Auftreten als auch lokale Bewegungen der Haie identifiziert werden. Die Haie scheinen eine Wassertemperatur von ca. 24 ° C zu bevorzugen.

Fig.: Grossrämige Bewegungen der Zitronenhaie. Die Richtung ist mit Pfeilen markiert.
© Shark Lab / Hai-Stiftung
Fig.: Grossrämige Bewegungen der Zitronenhaie. Die Richtung ist mit Pfeilen markiert.

Auf Bimini konnte das Team zeigen, dass die Männchen viel nomadischer leben als die Weibchen. Die Forscher waren deshalb etwas überrascht, dass die Männchen in Jupiter ein eher zyklisches Migrationsverhalten zeigen. Bemerkenswert ist, dass einige Männchen, die wiederholt nach Georgia und den Carolinas wanderten, regelmässig im Dezember nach Jupiter zurück kehrten. Basierend auf der Analyse von Satelliten Daten schwamm ein in Jupiter markierter männlicher Hai über den Golf Strom bis Tiger Beach an der kleinen Bahama Bank. Da zudem viele Weibchen in der Region Tiger Beach Fortpflanzungsnarben aufweisen, ist ein Gen-Fluss zwischen Florida, den Bahamas und der Karibik zu erwarten.

Bereits diese ersten Untersuchungen haben sehr viele interessante Daten über Zitronenhaie geliefert. Es ist zu erwarten, dass im Laufe dieses Langzeitprojektes noch verschiedene weitere, für den Schutz dieser Küstenart wichtige Informationen gesammelt werden können.


Projektleiter: Prof. Samuel "Doc" Gruber

Die Stiftung unterstützt das Jupiter Projekt seit 2006.
Investitionen bis heute: CHF 53'000.


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